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Cabo de São Vicente
Ein Beitrag von Hans K. vom 3. März 2011
…da wo die Götter einst nächtigten und Europa ins Meer fällt…
Fünf Kilometer von Sagres entfernt liegt das Cabo de São Vicente mit seinem vorgelagerten Felsen der Gigant, wie ihn die Einheimischen nennen. Eine atemberaubende Felslandschaft, die mit teilweise mehr als 60 m steil in den Atlantik hinab fällt, erwartet den interessierten Besucher. Es ist der südwestlichste Punkt Europas.
Ein etwa 24 m hoher hoher Leuchtturm, der sich seit 150 Jahren über der ständig tobenden See erhebt, markiert diesen mystischen Ort. Nach einer antiken Überlieferung wurde dieser Ort von den Römern als Sitz der Götter verehrt.
Hier pflegten die Götter zu nächtigen und kein Sterblicher durfte sich nachts dort am Heiligenkap, wie er genannt wurde, aufhalten.
Heute ist es für die vielen Touristen, die jährlich in den Abendstunden zum Kap fahren, kein mystischer sondern ein romantischer Ort. Dicht an dicht sitzen sie auf der Mauer am Rand des Parkplatzes, an den Klippen oder auf mitgebrachten Klappstühlen, um den Sonnenuntergang über dem Atlantik zu bestaunen.
Bis zum Beginn des 15.Jahrhundert galt das Kap, als die Menschen noch glaubten, dass die Erde eine Scheibe sei, als das Ende der Welt. Erst die Endeckungsreisen mutiger portugiesischer Seefahrer nach Madeira, den Azoren und sogar bis zu den Kapverdischen Inseln stelten die bis dahin gültigen Theorien auf den Kopf.
Der Leuchtturm mit den 3000-Wattlampen ist der stärkste Leuchtturm Europas und zählt zugleich auch zu den sieben leuchtstärksten optischen Geräten auf der Erde. Er soll den einheimischen Fischern und anderen Seeleuten, die mit ihren Schiffen in den Gewässern rund um das Kap kreuzen, sogar bis zu einer Entfernung von 50 km den Weg weisen. Gegen ein Entgelt kann er besichtigt werden.
Den Namen hat das Kap aus der Überlieferung her. Hier soll im Jahre 304 n.Christi der von den Römern in Valencia qualvoll umgebrachte Heilige Vinzenz mit einem Schiff gestrandet sein.
Vom Kap aus hat der Besucher einen wundervollen Rundblick, entlang der steilen Küste nach Osten, in Richtung des Ponta de Sagres und der alten Seefahrerschule Heinrich des Seefahrers.
Richtet der Besucher seinen Blick nach Norden zur Costa Vicentina, wird er von der wildromantischen Westküste Portugals verzaubert. Eine fantastische Küste mit ihren lang gezogenen Stränden und der zum Teil mehr als einhundert Meter abfallenden Steilküste. Klippen, die ins tiefblaue Meer des Atlantiks zu stürzen drohen. Wasser des Atlantiks, das seit tausenden Jahren beharrlich gegen die Felsen brandet.
Hat man auch in Portugal an der Algarveküste Bausünden begangen und Ferienanlagen oder Hotels teilweise direkt bis an die Strände heran gebaut, so darf an der Costa Vicentina nicht gebaut werden. Dieses einzigartige Naturschutzgebiet soll unberührt bleiben.
Ein Besuch am Cabo de São Vicente darf daher für den Algarvetouristen nicht fehlen. Dabei sollte er jedoch beachten, dass ihm selbst bei strahlenstem Sonnenschein am Kap ein kräftiger, kühler und feuchter Wind vom Atlantik entgegenwehen kann.
Wetterfeste Kleidung sollte daher auch bei einem Trip zum Kap zur unbedingten persönlichen Ausstattung gehören. Hat man sie doch einmal vergessen, so können Strickpullover, Wollschals und warme Strümpfe an einem der vielen Verkaufsstände vor dem Parkplatz gekauft werden.
Selbstverständlich gibt es auch die für Portugal typischen Keramikwaren und natürlich auch die begehrten Souvenirs zu kaufen. Um den kleinen Hunger zu stillen braucht der Besucher selbst auf eine Rostbratwurst aus Thüringen oder Bayern nicht verzichten.
Kategorie: Orte an der Algarve |
