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Lagos und Ponta da Piedade

Ein Beitrag von Hans K. vom 9. März 2011

…einst Europas größter Sklavenmarkt und heute ein viel besuchter Urlaubsort…

Historische Altstadt von LagosEtwa 85 km westlich vom Flughafen Faro liegt die bereits zur Römerzeit gegründete und mehr als 2.000 Jahre alte Stadt Lagos. Heute zählt sie mit etwa 29.000 Einwohnern zu den meistbesuchten Urlaubszielen an der Algarve.

Sie kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Lagos bietet eine interessante Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart, aus maritimen Flair und traditioneller portugiesischer Atmosphäre mit vielen charakteristischen Sehenswürdigkeiten.

Lagos erlebte zurzeit Prinz Heinrich des Seefahrers seine Blütezeit. Hier ließ der Prinz seine Schiffe bauen und vom kleinen Hafen aus brachen die portugiesischen Seefahrer zu ihren Entdeckungsreisen auf. Im Hafen, an der Mündung des Flusses Bensafrim, wurden ihre Schiffe gebaut und er diente gleichzeitig zum Umschlagplatz der aus fremden Ländern importierten Güter und Schätze.

Trauriger Berühmtheit gelangten diese Reisen durch den 1444 beginnenden Sklavenhandel mit Schwarzafrikaner.

Er wurde neben dem Gewürzhandel zur größten Einnahmequelle damaliger Herrscher in Portugal und mit ihm wurden die teils aufwendigen Seereisen mit den wendigen Karavellen finanziert, um immer wieder neue Sklaven aus Afrika zu transportieren.

Der historische Nachbau einer dieser wendigen Karavellen kann im Hafen von Lagos besichtigt werden. Ein Hafen, der auch heute noch ein wichtiges Zentrum für die Fischerei und den Schiffsbau ist.

Das Gebäude des ehemaligen Sklavenhandels ist noch erhalten und steht auf dem Praça da República, dem Platz der Republik.

Heute ist das aus den dicken Mauern des Mercado de Escravos verzweifelte Rufen und Klagen der Sklaven verebbt und durch das Lachen und geschäftige Treiben der vielen Touristen ersetzt worden. Touristen, die sich vor allem in den Sommermonaten zu Tausenden durch die engen Gassen des historischen Stadtkerns zwängen

Neben einer lebhaften und maritimen Atmosphäre bietet Lagos viele Sehenswürdigkeiten…

…unter Anderem die alte Stadtmauer, Häuser mit ihren manuelinischen Fenstern, viele alte Kirchen, insbesondere die Kirche Sao Joao aus dem 8. Jahrhundert, der Gouverneurspalast, der Sklavenmarkt, das Forte Pau da Bandeira, der moderne Yachthafen und natürlich darf auch das Denkmal Heinrich des Seefahrers oder Infante Dom Henrique, wie er auch genannt wurde,  nicht fehlen.

Das katastrophale Erdbeben in Portugal 1755 hatte auch Lagos nicht verschont und die Stadt zum größten Teil in Schutt und Asche gelegt, so dass die meisten im barocken Stil entstandenen historischen Gebäude erst mit dem Wiederaufbau entstanden sind.

Neben all den vielen Sehenswürdigkeiten bietet Lagos viele kulturelle Einrichtungen, Shoppingmöglichkeiten, Diskotheken, gemütliche kleine Cafes und Restaurants in den Fußgängerpassagen. Hier kann der Urlauber die Spezialitäten des Landes genießen. Lagos bietet eben alles das, was das Urlauberherz begehrt.  

Die Strände von Lagos sind allesamt zu Fuß zu erreichen und locken Jahr für Jahr hunderttausende nach Lagos.

Die Steilküste von LagosDas kristallklare Wasser des Atlantiks und die mehr als 300 Sonnentage im Jahr haben eine magische Anziehungskraft für den sonnenhungrigen und badefreudigen Touristen. Am beliebtesten ist der breite und lange Hauptstrand von Lagos, der Meia Praia.

Ein absolutes Muss für jeden Algarvetouristen ist selbstverständlich ein Abstecher nach Ponta da Piedade. Eine Steilküste mit bizarren Felsformationen, die etwa 2 km südlich von Lagos liegen.

Sie gehören zu den meist fotografiertesten Motiven Portugals. Eine Küste, die wie eine Wunderwelt erscheint. Rötlich-gelbe groteske und malerisch aussehende Felsen, die das stetig an die Küste anbrandende Wasser des Atlantiks im Verlauf der Jahrhunderte geformt hat.

Will der Besucher dieses Naturschauspiel hautnah erleben und die vielen Grotten und Tunnels, die das Wasser aus den Felsen gewaschen hat, erkunden, so kann er sie mit Booten von der Flusspromenade von Lagos aus oder zu Fuß über die Klippen erreichen.

Autofahrer müssen vom Parkplatz am Leuchtturm, oberhalb der Klippen, etwa 200 Stufen hinab zum Wasser steigen, wo die Fischer mit ihren farbigen Booten warten und sie dann in teils halsbrecherischen Manövern durch die Grotten fahren.

Tipp: Wenn man von der kleinen Anlagestelle unterhalb des Leuchtturms eine Grottenfahrt mit einem der vielen Fischerboote bucht, kostet die Fahrt nur etwa 10.-€ und ist damit fast die Hälfte preiswerter und dauert dazu noch länger.

Kategorie: Orte an der Algarve |

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