« Cabo de São Vicente || Lagos und Ponta da Piedade »
Sagres an der Algarve
Ein Beitrag von Hans K. vom 3. März 2011
…beeindruckende Natur rund um das einstige Tor zur Welt…
Sagres ist der südwestlichste Ort an der Algarve und gehört mit seinen etwa 2.200 Einwohnern zum Kreis Vila do Bispo. Ein bescheidener Ort, der für Touristen nur sehr wenig zu bieten hat. Außer einigen Restaurants, kleinen Cafes im Ortskern und am Hafen gibt es nur wenig Sehenswertes.
Wer die raue Natur dieses Zipfels Portugals jedoch mag, findet in der neuen Hotelanlage Pousada do Infante, die direkt an der Küste mit einer beeindruckenden Aussicht auf den Atlantik liegt, eine gute Unterkunft.
Von hier aus lassen sich Spaziergänge entlang der vielen feinsandigen Strände machen. Strände in teils verschwiegenen Buchten, umgeben von zerklüfteten Felsen, die wie erdachte Ungeheuer aus dem Meer ragen.
Der Besucher wird verzaubert von der wildromantischen Natur, deren Vegetation durch die rauen Winde des Atlantiks in den trockenen Sommern immer spärlicher wird. Die sonst üppig wachsenden Mandel- und Feigenbäume immer seltener werden.
Die Landschaft wird zum Teil nur noch durch karges, indolentes Niedergehölz geprägt. Will man das Hochplateau am Ende Europas in seiner vollen Blütenpracht erleben, so bietet sich dazu jeweils die Zeit von März bis Mai an.
Auch wenn Sagres selber nur sehr wenig zu bieten hat, so ist er doch ein geschichtsträchtiger Ort. Wegen seiner besonderen Lage war er Ausgangspunkt vieler See- und Entdeckungsreisen.
Reisen, die Portugal im Verlauf der Zeit zur größten und reichsten Kolonialmacht in Europa machen sollten. Heute zählt das Land leider immer noch zu den ärmsten der EU.
Verlässt der Besucher den Ort und fährt zu der etwas südwestlich von Sagres ins Meer ragenden Landzunge, der Ponta de Sagres kommt er zur Forteleza de Sagres. Eine von dicken Festungsmauern umgebene Anlage der berühmten von Heinrich dem Seefahrer gegründeten Seefahrerakademie.
Eine aus dem 15. Jahrhundert stammende Befestigungsanlage, in der Heinrich der Seefahrer eine Zeitlang wohnte und auch seine letzte Ruhestätte fand. Eine Anlage, die wegen seiner besonderen Bedeutung auch zum Nationaldenkmal Portugals erklärt wurde.
Sie bestand einst aus einem Palast für den Prinzen, einem Observatorium sowie Lehr- und Forschungsräumen für Wissenschaftler für angehende und gestandene Kapitäne. Dazu eine kleine Seefahrerkapelle, deren außen liegender Glockenturm durch eine kleine Treppe bestiegen werden kann.
Hier soll Prinz Heinrich der Seefahrer mit einem Stab von Kapitänen, Schiffbauern, Geographen und Kartographen die Voraussetzungen für die Entdeckungsreisen zu anderen Kontinenten geschaffen haben.
Von Historikern wurde mittlerweile jedoch nachgewiesen, dass es sich dabei nur um eine Erdichtung handelt, da die überwiegende Ausbildung portugiesischer Seefahrer in Lissabon und in der etwa 25 Kilometer östlich von Sagres entfernt liegenden Stadt Lagos stattgefunden haben soll.
In der Nähe des ehemaligen Wohnhauses Heinrich des Seefahrers befindet sich die 1928 entdeckte Windrose. Ein Steinkreis von etwa 43 m Durchmesser, der insgesamt von 42 Feldern unterteilt ist.
Die Bedeutung und auch der genaue Zeitpunkt des Entstehens sind bis zur heutigen Zeit den Historikern nicht genau bekannt und geben ihnen auch weiterhin Rätsel auf.
In den Sommermonaten wird dieser historisch bedeutungsvolle Platz von Hunderten Touristen besucht, die teils mit Reisebussen anreisen. Es stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung.
Die Befestigungsanlage kann gegen Entrichtung eines Entgeltes besichtigt werden.
Kategorie: Orte an der Algarve |
